Freund der aufgeweckten Reisenden
Kate lebt in Kapstadt und besucht einmal im Jahr Deutschland. Wir haben die Studentin eingeladen, mit dem MERIAN scout Navigator Berlin zu erkunden. Eine gelungene Entdeckungstour
>> 9.54 Uhr, Hauptbahnhof
Der Zug, in dem unser (Entschuldigung, Kate!) Versuchskaninchen sitzt, fährt auf Gleis 11 und damit im 2. Obergeschoss ein, was nur die befremdlich finden, die vom modernsten Kreuzungsbahnhof Europas und seinen fünf Ebenen weder etwas gehört noch gesehen haben. Was exakt auf unsere Probandin zutrifft. Noch freuen wir uns also auf ein beeindruckt staunendes Gesicht, da schwingt die Tür des ICE aus Frankfurt am Main auf, und Kate Neuendorf tritt uns mit triumphierendem Blick entgegen. „Habt ihr gewusst“, begrüßt sie uns mit oberlehrerhaftem Charme, „dass die Züge hier im 90-Sekunden-Takt fahren?“
So ist das also, wenn jemand mit dem neuen MERIAN scout Navigator reist. Er sieht das, was er besucht, zum ersten Mal, aber er weiß schon Bescheid. Denn noch bevor er am Ziel seiner Wünsche eintrifft, kann er sich ein Bild vom Weg dahin, von den Sehenswürdigkeiten und deren Geschichte vor Ort sowie den Quartieren und den Restaurants in der Nähe machen. Mit anderen Worten: Der MERIAN scout Navigator informiert wie ein Reiseführer. Er zeigt den Weg wie ein Navigationsgerät an. Er präsentiert Bilder wie ein Laptop und erzählt wie ein Hörbuch. Dazu ist er klein und handlich wie ein Organizer. Und wer den „Fußgängermodus“ des Geräts aktiviert, kann ihn wie einen persönlichen Reiseführer nutzen. Genau das haben wir heute vor. Kate, deren Eltern einst als Ärzte nach Südafrika gingen, hat den Rest ihrer Sippe in Darmstadt besucht. Einen Tag hat sie nun eingeplant, um Berlin zu entdecken. Und dies tut sie mit einer Weltneuheit, dem MERIAN scout Navigator.
>> 10.15 Uhr Washingtonplatz
Der im Mai 2006 eingeweihte Hauptbahnhof befindet sich im Zentrum Berlins und gleichwohl im Niemandsland. Von außen sieht er aus, als wäre ein stählernes Raumschiff im innerstädtischen Vakuum gelandet. Geplant wurde das Gebiet in einer Zeit, als die Stadtplaner die Stadtentwicklung optimistisch überschätzten und mit bis zu sechs Millionen Einwohnern rechneten. „Wo gehen wir von hier aus hin?“, fragt Kate. Das ist jedoch keine Frage, sondern rein rhetorisch zu verstehen, denn Kate berührt mit dem Zeigefinger sanft den Touchscreen – und sofort zeigt das Gerät an, was es im Umkreis Bedeutendes zu sehen gibt. Denn der Navigator ortet per GPS ihre exakte Position, zeigt diese auf der Karte an, und Kate weiß jetzt, dass in 400 Meter Entfer-nung der Reichstag sowie das Paul-Löbe- und Marie-Elisabeth-Lüders-Haus stehen. Das neue Regierungsviertel hat Kate noch nicht gesehen. Also nichts wie hin.
>> 10.40 Uhr Paul-Löbe-Haus
Am stadteinwärts gelegenen Spreeufer fällt ihr sofort das Gebäude auf, das die frechen Berliner wahlweise „Bundeswaschmaschine“ oder „Kohlosseum“ nennen: das Kanzleramt in XXL-Größe mit dem gigantischen Bullaugenfenster. Unser elektronischer Reiseleiter rät zur Überquerung der Spree auf der Gustav-Heinemann-Brücke, was wir geflissentlich ignorieren, denn wir wollen den Schiffbauerdamm entlang, um zu testen, ob wir genau die Stelle finden können, von der aus uns unser mobiler Spaziergangsberater das Paul-Löbe-Haus präsentiert. Na klar, das geht. Mühelos. Die mehr als 30 000 Text- Bild- oder Tondateien, die iPublish, das Haus für digitale Medien der Ganske Verlagsgruppe, eingearbeitet hat, basieren schließlich auf Informationen, die die Redaktionen von MERIAN und Feinschmecker zusammengetragen haben. Der Datensatz wird zudem laufend aktualisiert und ergänzt. Derweil fragt sich Kate, „ob das Absicht ist, dass sich die Menschen in der Nähe dieses ausufernden Regierungsviertels so klein vorkommen?“ Eine interessante Frage, die nicht einmal unser Navigator beantworten kann.
Wir beschließen, das Tempo unserer Tour zu erhöhen, um noch möglichst viele weitere Ziele zu sehen, „Points of Interest“, wie es auf dem Bildschirm heißt. Es folgt also ein kurzer Abstecher zu „Take a Bike“ in der nahegelegenen Neustädtischen Kirchstraße 8. Von dort radeln wir durchs Brandenburger Tor und lassen den Reichstag rechts liegen.
>> 12.00 Uhr Holocaust-Mahnmal
„Für das Mahnmal für die ermordeten Juden Europas schuf Architekt Peter Eisenman eine spektakuläre Erinnerungslandschaft, die fast wie eine geologische Formation anmutet“, doziert eine angenehme Stimme. Kate steht am Rande des Stelenfelds und hört ergriffen, was der Navigator über die 19 000 Quadratmeter große Fläche zu berichten weiß. Ein Mann vor ihr hat sich einen der 2711 Granitblöcke als Sitzfläche für seine täglichen Fitness-Übungen ausgesucht. Das ist der „Kurze Fuß nach Janda“, ruft er uns aus kerzengerader Position zu. „Machen Sie das viermal am Tag, und Sie bleiben ein Leben lang gesund.“ Ein Glück, dass er fertig ist mit seinem Sportprogramm, denn zwei Wachmänner sind aufgetaucht und verbieten resolut allen Anwesenden das (sehr beliebte) Sitzen und Klettern an diesem Ort.
>> 13.00 Uhr Panoramapunkt am Potsdamer Platz
Es gießt. Wie aus dem Nichts sind dunkle Wolken aufgetaucht. Gerade waren wir noch oben auf dem Aussichtspunkt im Kollhof-Tower. Mit dem schnellsten Fahrstuhl Europas (8,5 Meter pro Sekunde) ging es zur in 90,15 Meter Höhe gelegenen Aussichtsplattform des Hauses, und beim Blick nach unten hatte sich Kate auf die eigenen Augen verlassen, der Navigator blieb ungenutzt. Jetzt, zurück am Boden, wird er dringend benötigt. Regen. Programmänderung. Hat noch jemand Hunger? Der PTA, der vom Magazin Autobild gerade mit „sehr gut“ bewertet worden ist, schlägt das „Lutter & Wegner“ im Sony Center vor – keine schlechte Idee.
>> 13.30 Uhr Gendarmenmarkt
Ein Glas Grüner Veltliner – und alles ist gut. Sogar die Straßen sind nach dem Wolkenbruch trocken. Es kann weitergehen. Via Leipziger Straße, Friedrichstraße und Taubenstraße fahren wir zum Gendarmenmarkt. Wie von Geisterhand startet der Audioguide eine „Literarische Zeitreise“ und rezitiert den 150 Jahre alten Text des Malers und Illustrators Ludwig Löffler über die Blumenjungen in der Friedrichstraße. „Wofür“, fragt Kate, „brauche ich noch Reiseführer aus Fleisch und Blut?“ Die Antwort ist leicht: Braucht sie nicht.
Der Artikel stammt aus dem MERIAN Magazin Berlin, Heft November 2007, Seite 110.